Bauchschmerzen nach dem Essen: Ursachen und was Sie dagegen tun können
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Bauchschmerzen nach dem Essen: Ursachen und was Sie dagegen tun können

Bauchschmerzen und Magenkrämpfe können die Lust am Essen verderben. Häufig lassen sich die Probleme durch eine bewusste Ernährung verbessern. Manchmal ist eine Unverträglichkeit der Auslöser, seltener eine Erkrankung.

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Helvetic Care am 22.6.2021


Das Wichtigste in Kürze

  • Bauchschmerzen nach dem Essen sind häufig eine Folge falscher Ernährung.
  • Bestimmte Lebensmittel und Zubereitungsarten können Schmerzen befördern.
  • Es gibt auch Krankheiten, die Bauchschmerzen auslösen können – unter ihnen sind zahlreiche Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
  • Eine ausgewogene Ernährung mit einer Diät hilft dabei, wieder Freude am Essen zu bekommen.

Bauchschmerzen nach dem Essen: meist ernährungsbedingt

Ein Schnitzel mit Bratkartoffeln, ein gutes Glas Wein, eine Mousse au Chocolat – Essen könnte so schön sein, würden sich nicht bald nach der Mahlzeit Bauchschmerzen ankündigen. Wenn Sie dieses Problem haben, sind Sie auf keinen Fall allein. Viele Betroffene klagen über Magen- und Darmbeschwerden nach dem Essen. Die Gründe dafür sind vielfältig.
Während viele zuerst an eine Krankheit denken, sind die Bauchschmerzen nach dem Essen oft das Resultat individuell falscher Ernährung. Das Magen-Darm-System jedes Menschen ist einzigartig und so gibt es Nahrungsmittel, die gut oder schlecht vertragen werden. Manche reagieren zum Beispiel empfindlich auf Milchprodukte, andere auf saure Fruchtsäfte.
Die erste Reaktion auf Bauchschmerzen nach dem Essen sollte daher sein, die eigenen Ernährungsgewohnheiten kritisch auf den Prüfstand zu stellen. Gibt es Nahrungsmittel, die häufig auf dem Teller landen, die aber möglicherweise nicht gut vertragen werden? Zudem spielt die Art der Zubereitung eine wichtige Rolle. Im Folgenden erfahren Sie mehr über Lebensmittel und Speisen, die Buchschmerzen auslösen können.
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Zu viel Fett

Magenschmerzen nach dem Essen treten häufig nach zu fettreichen Mahlzeiten auf. Problematisch sind in diesem Zusammenhang:
  • Fette Milchprodukte (fetter Käse, Vollmilch, Vollrahm)
  • Fettes Fleisch (Speck, Pouletkeulen, Gans)
  • Frittiertes
  • Speisen mit zu viel Öl oder Bratfett
Fett ist ein Geschmacksträger, deshalb schmecken fettige Speisen oft besonders gut. Das Problem ist allerdings, dass diese Mahlzeiten schwer verdaulich sind. Dadurch bleiben sie länger als andere Lebensmittel im Magen. Dort bilden sich dann zum Teil Gase, die ein unangenehmes Druckgefühl verursachen.

Zwiebeln, Kohl und Co.

Nicht nur Fleisch und Rahm, auch einige Gemüsesorten sind schwer zu verdauen. Auslöser der Beschwerden sind häufig sekundäre Pflanzenstoffe, die eine Verdauung erschweren. Wie gut bestimmte Gemüse- und Obstsorten vertragen werden, ist individuell unterschiedlich. Zu den problematischen Gemüsesorten zählen:
  • Kohl (Rosenkohl, Sauerkraut, Rettich etc.)
  • Zwiebelgewächse
  • Bohnen
Hier verursachen meistens Gase die Bauchschmerzen, die während der Verdauung entstehen. Oftmals ist es eine Frage der Gewöhnung. Wer häufig Kohl ist, leidet in der Regel nicht unter Bauchschmerzen. Wenn Sie allerdings über Jahre hinweg auf bestimmte Gemüsesorten mit Krämpfen reagieren, sollten Sie diese aus dem Ernährungsplan streichen.

Verarbeitete Produkte und Weissmehl

Als tendenziell unverträglich gelten alle Gerichte, die stark verarbeitet wurden. Das betrifft vor allem die ebenso beliebten wie verrufenen Fertiggereichte. Hintergrund: Um ein einheitliches und haltbares Produkt zu liefern, setzen viele Hersteller auf Zusatzstoffe. Diese reichen von Geschmacksverstärkern bis zu Konservierungsstoffen. Je mehr von ihnen enthalten sind, umso höher ist das Potential, dass sie Bauchschmerzen auslösen.
Verarbeitete Lebensmittel haben noch eine zweite Tücke. Weissmehl oder Zucker sind nahezu isolierte Nährstoffe, sie enthalten so gut wie keine Ballaststoffe. Diese sind jedoch wichtig für den Darm. Ernährungsexperten empfehlen daher, statt Weissmehlbrötchen auf Vollkornprodukte zu setzen.

Zu viel des Guten: überwürzte Gerichte

Gewürze machen das Essen schmackhaft und viele von ihnen haben positive Wirkungen auf die Verdauung und das Wohlbefinden. Wie immer macht hier die Dosis das Gift. Schädlich für den Magen und den Darm kann zum Beispiel zu viel Salz sein.
Auch auf scharfes oder zu intensiv gewürztes Essen reagieren viele Menschen mit Bauchschmerzen. Bestimmte Gewürze wie Muskatnuss oder Zimt sollten zudem nur in Massen genossen werden.

Zu heiss oder zu fettig: Die Zubereitung macht den Unterschied

Nicht nur die Zutaten an sich, auch die Art der Zubereitung spielt eine Rolle bei der Verträglichkeit von Mahlzeiten. Wenn Sie Bauchschmerzen nach dem Essen lindern möchten, sollten Sie auf Folgendes verzichten:
  • zu kalte Speisen (eisgekühlte Getränke, Sorbet, Joghurt direkt aus dem Kühlschrank)
  • heisse Gerichte (dampfende Suppen, frisch gekochte Kartoffeln)
Ausserdem unterstützen Sie Ihren Magen, wenn Sie ausreichend kauen. Zu grosse Nahrungsbrocken sind hingegen eine Belastung für die Verdauungsorgane.

Kaffee und Nikotin

Darüber hinaus gibt es Lebens- und Genussmittel, die den Magen-Darm-Trakt zusätzlich belasten. Dazu zählen zum Beispiel Kaffee, Tabak(rauch) und Alkohol. Wer unter Bauchschmerzen nach dem Essen leidet, sollte diese möglichst meiden oder den Genuss reduzieren.
Schlechter Tipp: Der Verdauungsschnaps schafft kurzzeitig Linderung, da er wie eine leichte Betäubung im Magen wirkt. Allerdings belastet er Magen und Darm mehr, als er ihnen hilft.

Guter Tipp

Kräutertees können den Magen beruhigen und bei der Verdauung unterstützen. Empfohlen werden zum Beispiel Aufgüsse aus Fenchel, Anis und Kümmel.

Ernährungsumstellung als Mittel gegen Bauchschmerzen nach dem Essen

Oftmals ist die Ernährung verantwortlich für Bauchschmerzen nach dem Essen. Das ist im ersten Moment eine schlechte Nachricht, da liebgewonnene Speisen oder Angewohnheiten ein Problem sind. Auf der anderen Seite ist es eine sehr gute Nachricht, denn oftmals lassen sich Bauchschmerzen nach dem Essen behandeln, indem Sie Ihre Ernährung anpassen.
Grundsätzlich gilt es, sich möglichst ausgewogen zu ernähren. Unverzichtbar für ein gesundes Magen-Darm-System sind Ballaststoffe. Die stecken vor allem in Gemüse und Vollkornprodukten. Fettes Fleisch, verarbeitete Lebensmittel und eingesalzene Speisen sollten hingegen nur selten auf dem Speiseplan stehen.
Die Zubereitung ist ebenfalls wichtig. Beim Braten entstehen zwar wohlschmeckende Röstaromen, dafür aber auch verbrannte Kohlenhydrate. Zudem erfordert das Braten eine gewisse Menge Fett. Bekömmlicher (und meist vitaminreicher) sind Lebensmittel, die nur gedünstet oder gedämpft werden. Praktisch: Mit einem Dampfgarer sparen Sie sich zugleich Mühen bei der Zubereitung, denn das Gerät arbeitet nach dem Befüllen nahezu automatisch.

Magenschonende Kost gegen Bauchschmerzen

Leiden Sie häufig unter Magenschmerzen nach dem Essen? Dann ist es eine Möglichkeit, zunächst auf magenschonende Kost umzusteigen.

Meist gut verträgliche Lebensmittel sind:

  • Rüebli
  • Fenchel
  • Erbsen
  • Kartoffeln und Süsskartoffeln
  • Zucchini
  • Fettarmes Fleisch (Pouletbrust)
  • Fettarmer Fisch (Zander, Barsch)
  • Bananen
Denken Sie daran, trotz magenschonender Kost ausgewogen zu essen. Bei vielen Betroffenen führt diese Ernährung bald zu einer Linderung der Bauchschmerzen nach dem Essen. Magentees können die Schonkost zusätzlich unterstützen und dem Magen bei der Regeneration helfen. Als weiteres Getränk bietet sich Wasser an, Kaffee und Fruchtsäfte sollten nur in Massen konsumiert werden.

Bauchschmerzen nach dem Essen einordnen

Bauchschmerzen sind nicht gleich Magenschmerzen. Im Bauch befinden sich auch noch weitere Organe, die direkt oder indirekt an der Verdauung beteiligt sind. Treten unmittelbar nach der Mahlzeit drückende oder stechende Schmerzen im Oberbauch auf, ist vermutlich der Magen der Auslöser.
Beginnen die Schmerzen hingegen erst etwa eine Stunde bis vier Stunden nach dem Essen, gehen Sie vermutlich vom Darm aus.

Wichtig

Sie kennen Ihren Körper am besten. Bauchschmerzen, die in ähnlicher Form wiederkehren, sind vermutlich ein Anzeichen falscher Ernährung. Plötzliche ungewohnte Schmerzen und unklare Symptome sind ein Fall für den Arzt.
Daneben gibt es einige weitere Krankheiten, die zu Bauchschmerzen nach dem Essen führen können. Im folgenden Kapitel werden einige von ihnen vorgestellt. Ob ein solches Leiden bei Ihnen vorliegt, kann allerdings nur ein Mediziner feststellen.

Krankheitsbedingte Bauchschmerzen nach dem Essen

Ebenso wie die Ernährung können verschiedene Krankheiten Bauchschmerzen auslösen. Anhand der Symptome lässt sich immer nur eine grobe Zuordnung vornehmen. Die folgenden Abschnitte sind daher rein informativer Natur und nicht für eine Selbstdiagnose geeignet. Suchen Sie bei Verdacht auf eine Krankheit immer einen Arzt auf.

Gastritis: Magenschleimhautentzündung

Die Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut. Sie kann sich durch Bauchschmerzen, saures Aufstossen, Erbrechen und sogar Rückenschmerzen bemerkbar machen. Häufig ist sie eine Folge dauerhafter Belastung für den Magen. Sie kann aber auch durch bestimmte Medikamente ausgelöst werden.
Zur Behandlung empfehlen Mediziner Schonkost. Zudem sind säurehemmende Medikamente häufig hilfreich. Eine akute Gastritis sollte damit innerhalb von etwa zwei Wochen abklingen. Eine chronische Gastritis erfordert meist eine Diät.

Reizdarmsyndrom

Das Reizdarmsyndrom ist eine verbreitete Krankheit, die in der Regel chronisch auftritt. Die genaue Ursache dafür ist bisher nicht bekannt. Bauchkrämpfe und Durchfall sind die häufigsten Symptome. Die Behandlung erfolgt individuell nach Untersuchung beim Arzt. Es kann zum Beispiel sinnvoll sein, mehr Ballaststoffe in die Ernährung zu integrieren.

Sodbrennen

Sodbrennen und Bauchschmerzen treten häufig zusammen auf. Allerdings sind beides Symptome, keine Ursachen. Wer unter Sodbrennen leidet, sollte ärztlichen Rat einholen. Oftmals ist auch hier die falsche Ernährung der wesentliche Grund.

Gallensteine

Gallensteine entwickeln sich in der Gallenblase, die an der Verdauung beteiligt ist. Da der Gallensaft insbesondere die Fettverdauung unterstützt, treten Bauchschmerzen durch Gallensteine vermehrt nach fettreichen Mahlzeiten auf. Typisch ist ein Stechen im rechten Bauch.

Magengeschwür

Ein Magengeschwür ruft häufig starke Bauchschmerzen hervor. Für die Entstehung gibt es verschiedene Ursachen, zum Beispiel ein zu saures Milieu im Magen. Auch Bakterien können die Entstehung eines Magengeschwürs auslösen.
Weitere Symptome sind neben den Bauchschmerzen ein Druckgefühl und eventuell Sodbrennen. Bei vielen Patienten treten die Bauchschmerzen nach dem Essen auf, sind aber auch sonst präsent. Eine Selbstheilung innerhalb einiger Monate ist möglich. Meist werden aber spezifische Medikamente verschrieben, um die Heilung zu unterstützen und zu beschleunigen.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten: ein weites Feld

Neben den Erkrankungen gibt es eine Reihe von Unverträglichkeiten gegenüber Nahrungsmitteln. Wie sie entstehen, ist sehr unterschiedlich und zum Teil nicht geklärt. Manche Allergien sind angeboren, andere entwickeln sich erst mit der Zeit. Die häufigsten Beschwerden sind:
  • Laktoseunverträglichkeit (betrifft zahlreiche Milchprodukte)
  • Glutenunverträglichkeit (kann sich zur Zöliakie entwickeln)
  • Fructoseintoleranz (gegen Fruchtzucker)
  • Histaminintoleranz (zahlreiche Lebensmittel betroffen)
Habe ich eine Unverträglichkeit? Diese Frage kann abschliessend nur ein Mediziner klären. Der richtige Ansprechpartner neben dem Hausarzt ist der Gastroenterologe. Auch ein Allergologe kann eine Diagnose stellen.
Wenn nach dem Genuss bestimmter Speisen, zum Beispiel nach Milchprodukten oder Obst, Bauchschmerzen auftreten, ist der Gang zum Arzt dringend angeraten.

Was tun bei Laktoseintoleranz und Co.?

Wurde bei Ihnen eine Nahrungsmittelunverträglichkeit festgestellt? Dann hilft meist nur eine Ausschlussdiät. Hierbei verzichten Sie komplett auf die Lebensmittel, die Sie nicht vertragen. Welche das sind, erfahren Sie von Ihrem Arzt.
Was im ersten Moment eine grosse Aufgabe erscheint, ist oft weniger problematisch. Patienten berichten, dass es ihnen leichtfällt, zum Beispiel auf Milch zu verzichten. Die Umgewöhnung ist nach etwa 60 Tagen bereits zur Selbstverständlichkeit geworden. Da viele Menschen betroffen sind, finden sich mittlerweile zahlreiche Ersatzprodukte.
Optional gibt es für manche Unverträglichkeiten Medikamente bzw. Hilfsmittel. Zum Beispiel können Personen mit Laktoseintoleranz das fehlende Enzym Laktase in Pulverform zu sich nehmen. Dieses zersetzt den Milchzucker und sorgt somit dafür, Bauchschmerzen nach dem Essen zu vermeiden.

Fazit: Bauchschmerzen nach dem Essen sind oft ein Problem der Ernährung

Bauchschmerzen nach dem Essen sind oft eine Reaktion auf unausgewogene Ernährung. Manchmal steckt auch eine Unverträglichkeit dahinter. In selteneren Fällen ist eine Erkrankung der Auslöser.
In jedem Fall können Sie selbst eine Menge tun, um die Beschwerden zu lindern. Das Wichtigste ist eine ausgewogene Ernährung, eventuell in Kombination mit einer Ausschlussdiät. Viele Beschwerden lassen sich auf diese Weise komplett kurieren. Bauchschmerzen nach dem Essen sind daher kein Grund, das selbstbestimmte Leben aufzugeben.
Suchen Sie stattdessen Ihren Arzt auf, um die Ursachen zu finden. Darauf aufbauend erhalten Sie einen individuellen Ernährungsplan, der Ihnen die Freude auf das Essen wieder ermöglicht.

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