Zu viel Zucker ist ungesund
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Zu viel Zucker ist ungesund

Dass zu viel Zucker ungesund ist, ist hinlänglich bekannt. Doch laut einer Studie der Universität Zürich (UZH) kann sich selbst ein moderater Zuckerkonsum negativ auf unsere Gesundheit auswirken.

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Helvetic Care am 15.6.2021

Zu viel zucker ist schädlich: Das ist mittlerweile allen bewusst. Doch was ist mit moderatem Zuckerkonsum? Und spielt es eine Rolle, welchen Zucker wir konsumieren?

Regelmässiger Zuckerkonsum: Studie zeigt mögliche Folgen auf

Diesen und anderen Fragen sind Forschende der Universität Zürich (UZH) und des Universitätsspitals Zürich (USZ) nachgegangen. Ihre Studie bringt Bekanntes und Neues ans Tageslicht. In bisherigen Studien wurde vor allem der sehr hohe Zuckerkonsum und dessen schädliche Wirkungen untersucht.
Die Ergebnisse der aktuellen Studie zeigen, dass bereits moderate Mengen zu einem Switch im Stoffwechsel führen: «80 Gramm Zucker täglich, was rund 8 dl eines handelsüblichen Softdrinks entspricht, kurbeln die Fettproduktion in der Leber an. Und die Überaktivität hält längere Zeit an, selbst wenn kein Zucker mehr zugeführt wird», sagt Studienleiter Philipp Gerber von der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung. Dies führt über längere Zeit zur Entwicklung von Diabetes oder Fettleibigkeit.
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Auch die Art des Zuckers spielt eine Rolle

An der Studie nahmen 94 gesunde Männer sieben Wochen lang täglich ein mit unterschiedlichen Zuckerarten gesüsstes Getränk zu sich. Dieses enthielt entweder Fruchtzucker (Fruktose), Traubenzucker (Glukose) oder Haushaltszucker (Saccharose), der aus Frucht- und Traubenzucker besteht. Die Kontrollgruppe verzichtete darauf. Mithilfe sogenannter «Tracer» – markierte Substanzen, deren Weg im Körper nachverfolgt werden kann – analysierten die Forschenden den Effekt der Süssgetränke auf den Fettstoffwechsel.
Die Resultate waren hochspannend. So war die körpereigene Fettproduktion in der Leber bei der Gruppe, die Fruchtzucker zu sich genommen hatte, auch mehr als zwölf Stunden nach dem Konsum noch doppelt so hoch wie bei der Gruppe mit dem Traubenzucker-Getränk oder der Kontrollgruppe, die ganz auf das Getränk verzichtet hatte.
Überraschend war insbesondere, dass der am häufigsten konsumierte Haushaltszucker die Fettsynthese sogar noch etwas höher ankurbelte als dieselbe Menge Fruchtzucker. Denn bisher stand vor allem Fruchtzucker im Verdacht, solche Veränderungen hervorzurufen.

Was enthält wie viel Zucker?

Zum Vergleich: 1 Würfelzucker wiegt ca. 4 g:
  • 1 Tafel Schokolade = 60 g Zucker
  • 100 g Gummibärchen = 50 g Zucker
  • 100 g gezuckerte Cornflakes = 37 g Zucker
  • 1 Glas Coca Cola = 27 g Zucker
  • 1 Becher Fruchtjogurt = 23 g Zucker
  • 100 g Ketchup = 22 g Zucker
  • 0,2 Liter Champagner = rund 22 g Zucker
  • 50 g Salatsauce = 5 g Zucker

Entwicklung von Fettleber und Diabetes wird begünstigt

Die erhöhte Fettproduktion in der Leber ist ein massgeblicher erster Schritt in der Entstehung von weit verbreiteten Erkrankungen wie Fettleber oder Typ 2-Diabetes. Aus gesundheitlicher Sicht empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), den täglichen Zuckerkonsum auf rund 50 Gramm oder noch besser auf 25 Gramm zu beschränken. «Doch davon sind wir in der Schweiz noch weit entfernt», betont Philipp Gerber. Denn Schweizerinnen und Schweizer konsumieren im Schnitt täglich mehr als 100 Gramm Zucker.
Obwohl die Studie mit eher jüngeren Probanden durchgeführt wurde, ist sie gerade auch für ältere Personen sehr aktuell, da die Gefahr der Entwicklung einer Typ 2-Diabetes je nach Ernährung in dieser stark wachsenden Bevölkerungsgruppe sehr hoch ist.
Die ganze Studie kann hier nachgelesen werden.

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