Schluckstörungen: Wenn Essen und Trinken zur Hürde wird
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Schluckstörungen: Wenn Essen und Trinken zur Hürde wird

Wenn jeder Biss im Hals stecken bleibt, kann dies auf eine Schluckstörung hindeuten. Viele ältere Menschen sind davon betroffen, doch es gibt wirksame Behandlungen. Besonders effektiv sind diese zu Hause.

Schluckstörungen sind belastend und können das soziale Leben beeinträchtigen. Schluckstörungen sind belastend und können das soziale Leben beeinträchtigen.
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reha@home am 23.9.2021

«Immer, wenn ich etwas trinke, muss ich länger husten, meine Haferkekse kann ich nicht mehr essen, es bleibt mir im Hals stecken und geht nicht runter.»
Diese und ähnliche Sätze können mitunter auf eine entstehende oder bestehende Schluckstörung hinweisen – auch Dysphagie genannt. Dabei können die Ursachen sehr vielfältig sein. Einige Gründe für Schluckstörungen, die die Nahrungsaufnahme in der gewohnten Form schwer bis unmöglich machen:
  • Altersbedingte Schluckstörungen, auch Presbyphagie genannt
  • Nebenwirkungen einiger Medikamente, die beispielsweise eine Veränderung der Speichelbildung mit sich ziehen und somit die Zerkleinerung sowie den Transport der Nahrung verändern oder sogar stören.
  • fehlende Ausdauer der Muskulatur
  • neurologische Schluckstörungen, beispielsweise nach einem Schlaganfall
  • organische Erkrankungen wie Tumore- oder Narbenbildung

Dieser Artikel wird durch reha@home beigetragen

reha@home ist ein Jungunternehmen und der erste Gesamtanbieter rund um mobile Rehabilitation, Domiziltherapien, Spitex Pflege, Betreuung und Patiententransport. Das Angebot von reha@home zielt auf Personen, welche im Anschluss an einen akutstationären Aufenthalt lieber im vertrauten Umfeld, als in einer stationären Einrichtung, rehabilitiert werden möchten, im Anschluss an einen rehabilitativen Aufenthalt weiterhin Unterstützung auf dem Weg zurück in den Alltag benötigen oder Personen, welche gesundheitserhaltende- und fördernde Dienstleistungen zu Hause benötigen, damit das Zuhause auch weiterhin das Zuhause bleibt.
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Schluckstörungen sind sehr belastend

Essen und Trinken ist ein wichtiger Teil unseres Lebens. Nicht nur, weil es ein lebensnotwendiger Aspekt bei der Grundversorgung mit Nahrungsmitteln und Flüssigkeit ist, sondern auch zur Pflege unserer sozialen Beziehungen. Eine Störung in diesem Bereich kann grosse Auswirkungen auf das persönliche Umfeld haben. Zum Beispiel, wenn man die häufigen Hustenanfälle verbergen möchte und somit die Einladung zum gemeinsamen Mittagessen lieber ablehnt.
Weiterhin kommt es auch vor, dass betroffene Personen einfach weniger essen, was wiederum auf lange Sicht einen enormen Nähstoffmangel verursachen kann. Da ist nicht nur der Flüssigkeitshaushalt auf den Kopf gestellt, sondern auch wichtige Vitamine und Mineralien fehlen zunehmend. Die oder der Betroffene wird weniger belastbar, müder oder anfälliger für Krankheiten.

Abklärung und Behandlung sind sehr wichtig

Ist so etwas auffällig, gepaart mit Hustenanfällen während oder nach den Mahlzeiten, ist eine schluckdiagnostische Abklärung nötig und eine frühe Intervention sehr zu empfehlen. Wird eine Störung im Bereich des Schluckaktes vermutet, ist die zügige ärztliche und/ oder logopädische Abklärung sehr wichtig.
Das frühzeitige Üben mit einer Logopädin oder einem Logopäden, ob präventiv, nach einem Schlaganfall oder auch bei degenerativen Prozessen (z.B. bei Demenz, Parkinson, Multiple Sklerose, Amyotrophe Lateralsklerose), kann gewinnbringend sein.

Diese Behandlungen von Schluckstörungen gibt es:

Restituierende Verfahren: Hier werden bestimmte Abläufe während des Schluckens geübt und die umgebende Muskulatur gekräftigt.
Kompensatorische Verfahren: Durch die Änderung verschiedener Parameter (Haltung, Kopfkontrolle etc.) werden bei dieser Methode Verbesserungen erreicht.
Adaptive Methoden: Je nach Schweregrad der Störung werden Anpassungen in der Kostform vorgenommen und für den Patienten eine geeignete Kost- und Darreichungsform gewählt. Das können Hilfsmittel wie spezielle Becher oder Bestecke sein.
In Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen, wie zum Beispiel der Ergotherapie und der Ernährungsberatung, soll sichergestellt werden, dass der Betroffene möglichst ausreichend mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist und die soziale Teilhabe an den Mahlzeiten wieder geniessen kann.

Die Behandlung zu Hause hat grosse Vorteile

Als Logopädin bei Reha@home arbeite ich ambulant und bei den Patienten direkt vor Ort, in ihrem häuslichen Umfeld. Ich kann dort insbesondere direkte Anpassungen vornehmen, ob in der Einstellung der Kostform oder der Darreichung. Ebenso wende ich restituierende und kausale Therapiemethoden an zum Aufbau oder Erhalt von Sprechen, Sprache, Stimme und Schlucken.
Auch ist die Beratung im eigenen Umfeld gewinnbringend, da Ressourcen besonders gut erfasst und einbezogen werden können. Somit kann die ambulante Rehabilitation alle zur Verfügung stehenden Mittel einbeziehen.
Die Möglichkeit, mit den Betroffenen und ihren Angehörigen im eigenen Umfeld zu arbeiten, hat also grosse Vorteile, und wir können das bestmögliche Potenzial ausschöpfen. Dies geschieht immer in enger Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus der Physiotherapie, Ergotherapie, Pflege sowie dem gesamten Team von Reha@home.

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