Empathieverlust im Alter - Ursachen und Anzeichen

Dass sich die Persönlichkeit eines Menschen verändern kann, ist für viele nicht neu. Auch etwas umfassendere Wesensveränderungen im Alter sind keine Seltenheit. Ein Empathieverlust im Alter, oft gepaart mit Altersstarrsinn, kann jedoch zu einer Belastung für die Angehörigen werden.

Älterer Mann, der wenig Empathie zeigt.
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Inhaltsverzeichnis

  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Warum kommt es bei vielen Menschen zu Wesensveränderungen im Alter?
  3. Wie sollten Angehörige auf den Empathieverlust im Alter, Gehässigkeit und andere Auffälligkeiten reagieren?
  4. Ein Sonderfall: Empathieverlust bei Demenz

Das Wichtigste in Kürze

  • Ursachen für Empathieverlust im Alter: Wesensveränderungen können durch psychische Krankheiten wie Altersdepression, verminderte Leistungsfähigkeit, Verlust von Selbstständigkeit oder Stress durch Umweltveränderungen ausgelöst werden. Auch persönliche Charaktereigenschaften beeinflussen, wie Senioren auf das Älterwerden reagieren.
  • Tipps für Angehörige: Ruhe bewahren, Ursachen hinterfragen und (sofern möglich) die Selbstständigkeit der älteren Person fördern. Professionelle Unterstützung, etwa durch Hausärzte oder Pflegedienste, sollte rechtzeitig in Anspruch genommen werden.
  • Sonderfall Demenz: Empathieverlust kann auf eine Demenz hindeuten, da betroffene Hirnareale geschädigt werden; klare Kommunikation, Geduld, Struktur im Alltag und professionelle Beratung helfen oft, die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern.

Warum kommt es bei vielen Menschen zu Wesensveränderungen im Alter?

Es gibt viele Ursachen, die dazu führen können, dass sich Verhaltensweisen und Gefühle eines Menschen im Alter verändern. Die folgenden Faktoren können Wesensveränderungen im Alter begünstigen.

Angehörige sollten schnell reagieren, wenn sie Wesensveränderungen im Alter oder andere Verhaltensauffälligkeiten bei ihren Lieben erkennen. Möglicherweise handelt es sich hierbei um eine beginnende Demenzerkrankung oder um eine Depression. Hilfe erhalten Betroffene zunächst beim Hausarzt. Dieser kann Verhaltensstörungen oft gut einordnen und feststellen, ob diese behandlungsbedürftig sind.


Wie sollten Angehörige auf den Empathieverlust im Alter, Gehässigkeit und andere Auffälligkeiten reagieren?

Wenn Senioren keine oder nur noch wenig Empathie zeigen können, kann dies für Familienangehörige zu einer enormen Belastung werden - auch in psychologischer Hinsicht. Immerhin handelt es sich bei der Fähigkeit, sich zum Beispiel in andere Menschen hineinversetzen zu können, um ein Detail, das das Zusammenleben schöner macht. Im ersten Schritt ist es als Angehöriger wichtig, sich und seine Gefühle zu schützen und sich immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass das Verhalten des Gegenübers nicht verletzen sollte bzw. darf.

Und dennoch fällt es schwer, sich als pflegende Angehörige abzugrenzen. Die folgenden Tipps sollen dabei helfen, die Persönlichkeit eines Menschen in jeder Lebensphase zu akzeptieren und gleichzeitig die eigenen Bedürfnisse nicht zu vergessen.

Zusatztipp

Wesensveränderungen im Alter zu erkennen und auf möglichst gesunde Weise zu begegnen, ist nicht einfach. Und gerade die jüngeren Familienmitglieder verstehen oft nicht, warum die Grosseltern «plötzlich so anders» sind.

Es ist absolut in Ordnung, sich selbst zu schützen und hin und wieder zurückzunehmen. Pflegedienste kennen die Problematik, die Altersstarrsinn und ähnliches Verhalten mit sich bringen kann und helfen, wenn es darum geht, pflegende Angehörige zu entlasten. Wichtig ist es, rechtzeitig zu erkennen, wann Unterstützung gefragt ist... und diese dann in Anspruch zu nehmen.

Ein Sonderfall: Empathieverlust bei Demenz

Eine Demenzerkrankung ist oft mit dem Verlust von Empathie verbunden. Genau genommen handelt es sich hierbei für viele Angehörige von Menschen mit Demenz um eine der grössten Herausforderungen, die die Krankheit mit sich bringt.

Demenzbetroffene können im Laufe der Zeit weniger empathisch sein, weil verschiedene Hirnareale geschädigt werden... und zwar genau die Areale, die für den Bereich der Emotionen zuständig sind. Oft hilft es hier,...:

Die gute Nachricht ist, dass es in vielen Fällen möglich ist, den Betroffenen wieder ein grosses Stück Lebensqualität zurückzugeben... vor allem, wenn es gelingt, wieder etwas mehr Selbstständigkeit und Sicherheit in ihren Alltag zu bringen.

Nicht vergessen: Manche Menschen sind grundsätzlich empathischer als andere

Angehörige, die sich mit Themen wie Altersstarrsinn, Demenz und verändertem Verhalten im Alter auseinandersetzen, werden gegebenenfalls hellhörig, wenn sie bemerken, dass ältere Menschen «irgendwie nicht so wie gedacht» auf einen bestimmten Sachverhalt reagieren.

Wichtig ist es hier, einen Vergleich zu ziehen und sich zu fragen: «Wie hätte die betreffende Person vor etwa zehn Jahren auf diese Situation reagiert?» Auf diese Weise zeigt sich schnell, ob es ernsthafte Anzeichen für eine klassische Wesensveränderung gibt. Im Zweifel ist es natürlich immer besser, einen Experten zu konsultieren.

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Gesundheit

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Psychologie