Mit Seniorenrhythmik können ältere Menschen ihr Sturzrisiko erheblich reduzieren
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Mit Seniorenrhythmik können ältere Menschen ihr Sturzrisiko erheblich reduzieren

Im Alter nimmt das Risiko von Stürzen massiv zu – die Folgen sind fatal. Doch sie können selbst aktiv werden, um möglichst lange gesund und fit zu bleiben. Eine Möglichkeit ist Seniorenrhythmik. Die Bewegung zu Klaviermusik reduziert die Sturzgefahr erheblich und macht erst noch Spass.

Die Rhythmik nach Dalcroze reduziert die Sturzgefahr erheblich.Die Rhythmik nach Dalcroze reduziert die Sturzgefahr erheblich.
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Helvetic Care am 9.12.2021

Der regelmässige Besuch eines Bewegungstrainings trägt dazu bei, möglichst lange geistig und körperlich mobil zu bleiben. Die wissenschaftliche Erforschung der Wirksamkeit solcher Angebote hat gezeigt, dass zum Beispiel ein Krafttraining allein das Sturzrisiko wenig senkt.
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Wirksam sind Kursangebote, welche das Training aller wichtigen Faktoren beinhalten (Abb.). Die Rhythmik nach Dalcroze erfüllt die Wirksamkeitsfaktoren besonders gut, bzw. reduziert die Sturzgefahr erheblich.

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Diese Grafik zeigt, die Faktoren eines wirksamen Trainings für ältere Menschen

Besondere Merkmale der Seniorenrhythmik

Emile Jaques-Dalcroze aus Genf entwickelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts die sogenannte rhythmische Gymnastik. Bei dieser Musik- und Bewegungsintervention handelt es sich um körperliche Übungen mit mehreren Bewegungsabläufen («multi-tasking»), die im Rhythmus zu improvisiert live gespielter Klaviermusik ausgeführt werden.
Diese Rhythmik sensibilisiert den Menschen in seiner Ganzheit, entwickelt seine Wahrnehmungen und fördert seine geistige und körperliche Mobilität. Die im Alter zunehmende Sturzgefahr wird erheblich reduziert. Neben der durch die Rhythmik vermittelten ganzheitlichen Eigenwahrnehmung, wird gleichzeitig die Sensitivität zur Wahrnehmung der Stimmungslage und sozialen Interaktionen der ganzen Gruppe gefördert.

Rhythmikangebote deutschsprachige Schweiz

Die Rhythmikangebote werden in der deutschsprachigen Schweiz an verschiedenen Orten angeboten (s. dazu www.seniorenrhythmik.ch).
Eine Schnupperlektion kann kostenlos besucht werden (telefonische Voranmeldung bei der Lehrperson ist von Vorteil). Die Kurskosten sind je nach Kurs unterschiedlich. Die Obergrenze liegt bei CHF 22.-/Lektion. Diverse Kantone leisten Beiträge an die Kurskosten.
Weitere Informationen erteilt der Verein «Erwachsenen- und Seniorenrhythmik nach Dalcroze» unter der E-Mail verein@seniorenrhythmik.ch oder Telefon: 055 / 243 40 60

Grundpfeiler der Rhythmik nach Dalcroze

Ihrem Klang folgend «verführt» uns die Musik in eine Eigendynamik der Bewegung, der wir nicht widerstehen können. Dank der Emotionen, die die Musik in uns «anspielt», werden wir mitgetragen und hingeführt zu Ausdrucksmöglichkeiten, die uns sogar ohne unser wissentliches Dazutun einfach passieren, wie von selbst.
Die Tragweite dieser nonverbalen Art der «Übermittlung» ist sehr wertvoll und kann «Türen» öffnen – dort, wo es Worte oft nicht tun können. Wie die Wahrnehmung über die Ohren dienen auch die visuellen und taktilen Übungserlebnisse als Träger und Förderer unseres Lernens.

Seniorenrhythmik kann nich mit Altersturnen verglichen werden

Die Rhythmik wird auf mehreren Ebenen erlebt und verstanden, aber nicht nur via Intellekt, sondern auch über den «Muskelsinn», wie neuere Forschungsergebnisse zeigen. Sie fördert das Erfahren, das Erspüren eines Erlebnisses und unterstützt dessen Analyse, Kombinationen und Rückführung aus dem Gedächtnis.
Sie ermöglicht aber auch die Umsetzung dieser Wahrnehmung mittels körperlicher Bewegung. Die unmittelbare und situative Umsetzung und Verbindung von Musik und Bewegung ist das Erfolgsgeheimnis der Rhythmik für ältere Menschen. Geist und Körper werden aktiviert und als seelisch wohltuende Harmonie wahrgenommen. Deshalb kann die Rhythmik nicht verglichen werden mit dem Altersturnen oder einem Gedächtnistraining.
Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag vom Verein Seniorenrhythmik. Wir danken ganz herzlich dafür.

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