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Helvetic Care im 2022: Kleinbetrieb oder schon Start-up?

Ob wir nun ein Start-up sind oder nicht - rund um dieses Thema werden wir oft mit Meinungen und Fragen konfrontiert. Doch wie sieht unser Alltag konkret aus und welche Herausforderungen gibt es? Wir liefern Antworten anhand der diesjährigen Entwicklung von Helvetic Care und schauen in die Glaskugel.

Der Autor dieses Textes Otto Bitterli ist VRP von Helvetic Care. Zuvor war er langjähriger CEO eines grösseren schweizerischen Krankenversicherers.Der Autor dieses Textes Otto Bitterli ist VRP von Helvetic Care. Zuvor war er langjähriger CEO eines grösseren schweizerischen Krankenversicherers.
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Otto Bitterli am 29.12.2022

Arbeitest du in einem Start-up? Cool, dann bist du agil. Hast du in Start-ups investiert? Gratuliere, dann machst du die Wirtschaft anpassungsfähiger. Habt ihr schon skaliert? Wie und wann rockt ihr die ausländischen Märkte? Wie viel AI habt ihr im Einsatz? Seid ihr Fintech, Healthtech oder eine Plattform?
Fragen über Fragen, die der «magische» Begriff Start-up mit sich bringt. Diesen möchte ich nun zum Jahresende in einer persönlichen Reflexion nachgehen.

Kleinbetrieb oder Start-up: «Mir doch egal»

Um die Antwort der im Titel gestellten Frage vorwegzunehmen: Mir ist es vollkommen egal, ob wir ein Start-up oder ein Kleinbetrieb sind.
Entscheidend ist, dass wir uns im Markt positionieren können und relevant werden. Entscheidend ist weiter, dass wir
  • bezüglich der Erträge eine positive Perspektive haben.
  • mit dem Geld der Investoren sorgsam umgehen.
  • als Organismus - als Team - gut funktionieren und leistungsfähig sind.
  • Fortschritte machen, uns anpassen und aus Fehlern lernen können.
Bei Helvetic Care ziehe ich eine positive Bilanz: Den Umsatz konnten wir - zwar auf bescheidenem Niveau - verdoppeln und wir planen eine Verdreifachung im nächsten Jahr. Wir müssen 2023 keine Kapitalerhöhung machen und können uns auf unsere Entwicklung konzentrieren. Wir funktionieren als Kleinteam - rein virtuell und ohne Büro - ganz gut. Der weitere Ausbau ist allerdings eine Challenge.
Und das Wichtigste: Wir konnten und können lernen, lernen, lernen. Wir lernen,
  • wie die Märkte und unsere Partner funktionieren und wie wir uns da einbetten können.
  • wie wir Artikel verfassen müssen, um attraktiv und relevant zu sein.
  • wie der Black Friday den digitalen Markt aufkauft und wie wir uns demgegenüber verhalten.
  • wie wir uns als Nischenplayer ohne grosses Budget auch im SEO-Umfeld behaupten.
  • wie wir digitale Kampagnen mit Content optimal verknüpfen.
Und: Wir können in Zukunft noch viel mehr lernen, nämlich:
  • in Community-Building (nicht nur die Anzahl Follower und User, sondern auch qualitativ)
  • im digitalen Performance-Management
  • im richtigen Einsatz von Technologie (UX/CX)
  • indem wir die Partner und ihre Industrien viel besser verstehen.

Und: Seid ihr agil?

Kürzlich hat mir jemand aus dem Management des Corporate-Umfelds gesagt: «Ja, wir sind agil. Wir sind jeden Abend todmüde, die Mitarbeitenden können sich schlecht einordnen und wir wissen kaum noch, wie wir das Ganze zusammenhalten können.»
Dies ist auch eine Definition von Agilität😊.
Und genau hier liegt einer der grossen Vorteile eines kleinen Start-ups: Wenn man derart viel lernen kann, wie weiter oben beschrieben, dann erübrigt sich die Frage der Agilität. Auch ohne methodische Hilfskonstrukte wie «Agile Workplace», «Agile Transformation», «Scrum» oder «Design Thinking» sind wir, ja müssen wir automatisch auf einem sehr schnellen Pfad unterwegs sein.

Bleib neugierig und lasse dich leiten

Die Basis für Agilität ist Neues entdecken zu wollen, das Geschäftsmodell flexibel anzupassen und permanent zu lernen.
Dies entspringt nicht den Tausenden von Ausbildungslehrgängen zur Digitalisierung (nichts gegen diese). Dies entspringt einer persönlichen Motivation: Was könnten wir noch alles machen? Wie verändert sich die Welt? Was können wir wie positiv gestalten und verbessern?
Dafür braucht es ein Interesse, eine aus der Organisation heraus entstehende Kraft und Motivation. Und, das muss man zulassen können. Es gibt nicht nur Entscheide auf der Basis von 1000-fach korrigierten Business-Cases. Es gibt auch Entscheide, die auf einer Vision basieren und die den unbändigen Umsetzungswillen voraussetzen: Lasst uns das jetzt einfach tun!
Auch diesbezüglich ziehe ich ein positives Fazit für Helvetic Care im 2022. Wir haben unser Geschäftsmodell kontinuierlich angepasst. Wir entwickeln es weiter, wir adjustieren und wir krempeln es, wo notwendig, um. Unsere Organisation lässt das zu. Wir konnten insbesondere mit der Krankenversicherung, aber auch mit anderen Partnern beweisen, dass wir «vermittlungsfähig» sind und daraus Umsatz erzielen können.

Der «Markt des Alterns» als Inspirationsquelle

Neugierig zu bleiben, ergibt sich in unserem Umfeld wie von selbst: Es gibt in vielerlei Hinsicht den «Markt des Alterns» schlichtweg nicht. Die angebotenen Lösungen sind nicht auf den Konsumenten, den älteren Menschen, zugeschnitten. Deshalb entdecken wir stets neue Felder, neue Möglichkeiten, um näher an den Menschen heranzukommen. Diese Felder möchten wir - gemeinsam mit unserer Community und mit unseren Partnern – erschliessen.

Was sind unsere Perspektiven im 2023?

Klar, wir wollen vorab auf dem eingeschlagenen Weg besser werden. Wir müssen enger mit den Partnern arbeiten und uns stärker fokussieren. Wir müssen einerseits den redaktionellen Inhalt freilaufen lassen können und diesen gleichzeitig stärker auf die Partner abstimmen.
Dabei müssen wir sorgsam auf unsere Community und deren Interessen achten. Wir wollen weiter qualitativ wachsen. Dies ist uns 2022 gelungen und dies ist auch in Zukunft die Basis für den nachhaltigen und wirtschaftlichen Erfolg.

Vom Kleinbetrieb zum Start-up: Skalierung

Und: Wir müssen vom «Kleinbetrieb» stärker hin zu einem «Start-up» wachsen. Wir müssen skalieren. Genau dies wird die Herausforderung für uns im neuen Jahr und genau dies ist der Unterschied zwischen Kleinbetrieb und Start-up.
Damit uns das gelingt, müssen wir digital performanter, automatisierter und standardisierter werden. Locker gesagt, aber wie macht man das?
Wir werden uns 2023 stärker auf einige Industrien fokussieren und - wie oben erwähnt - die Community im Blickwinkel behalten. Wir werden weiter investieren und wir werden die Organisation anpassen und so die Voraussetzungen für «Skalierung» schaffen. Wir werden einfach mit Volldampf weitermachen, mit der Gewissheit, dass wir uns bei Bedarf schnell anpassen können.

Was macht uns da so selbstsicher?

Es sind unsere Neugierde und unser Drang uns weiterentwickeln zu wollen. Es sind unsere Anpassungsfähigkeit und die Gewissheit, dass sich die beteiligten Personen mit Überzeugung und Commitment einbringen.
Es sind:
  • Eine Investorengruppe, die uns Vertrauen schenkt.
  • Ein Verwaltungsrat, der uns führt und uns gleichwohl machen lässt.
  • Eine Vielzahl von Partnern, die sich auf uns (auch emotional) einlassen.
  • Ein diversifiziertes Team, das mit Herzblut bei der Arbeit ist.
  • Ein CEO, der wirklich etwas von digitalem Performance-Management versteht, dies konsequent umsetzt und mit Helvetic Care Erfolg haben will.
Und: Last but not least sind es rund 1300 Leserinnen und Leser, die helveticcare.ch 2022 täglich besuchten und Interesse an unseren Inhalten und Angeboten zeigten.
An dieser Stelle danke ich allen von Herzen für die Zusammenarbeit und für das Interesse an uns. Wir werden alles daransetzen, dies auch 2023 als Massstab für unser Tun und Handeln zu nehmen. Wir werden skalieren und uns definitiv weiter vom Kleinbetrieb hin zum Start-up bewegen.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und uns: Happy New Year 2023!

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