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Haushaltshilfe für ältere Menschen (2023): Das gilt es zu beachten

Im Alter haben viele Menschen körperliche Beschwerden, sodass sie bisher leicht ausführbare Hausarbeiten nicht ausführen können. Eine Haushaltshilfe, die Senioren wöchentlich oder häufiger unterstützt, übernimmt vor allem die mühsamen Aufgaben.

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Helvetic Care am 5.12.2022


Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt vielfältige Gründe und Vorteile, die für eine Haushaltshilfe sprechen.
  • Die Kosten für eine Hauswirtschaftskraft sind private Auslagen, für die mitunter Zuschüsse gewährt werden.
  • Diese Unterstützung wird durch Spitex-Dienste oder andere Organisationen vermittelt. Möglich ist auch, eine persönliche Anstellung.
  • Werden Seniorinnen oder Senioren dadurch zum Arbeitgeber, muss die Haushaltshilfe bei der AHV angemeldet werden.

Wann eine Haushaltshilfe Sinn macht

Dass Beweglichkeit und Kraft im Alter abnehmen, ist kein Geheimnis. Hinzu kommen verschiedene Krankheiten, die mehr oder weniger dafür sorgen, dass Aufgaben des täglichen Lebens nicht mehr so leicht zu bewältigen sind. Da wird das Bügeln der Wäsche zu mühevoll, das Benutzen der Leiter zu einem unkalkulierbaren Risiko oder das Einkaufen zur Belastung.
Nicht selten wohnen die Angehörigen weit entfernt oder haben durch ihre Berufstätigkeit kaum Zeit, sich ausreichend um die Eltern und Grosseltern zu kümmern. Bei ihnen schwingt dann die Sorge mit, dass sich ihre Nächsten unnötig belasten und Arbeiten zumuten, die ihrem physischen Befinden nicht zuträglich sind.

Haushaltshilfe: kein Hindernis für ein selbstbestimmtes Leben im Alter

In der Regel wünschen sich zuerst die Angehörigen die Unterstützung einer Hilfsperson für den Haushalt. Häufig gehen Besuche in der Wohnung der Senioren oder Seniorinnen voraus, die deutliche Zeichen von Überforderung vermuten lassen. Natürlich ist es schwer, sich als bisher selbständige Person im höheren Alter einzugestehen, dass man nicht mehr alles allein bewältigen kann.
Doch genau diese Einsicht ist der richtige Schritt in die weitere selbstbestimmte Zukunft. Eine Haushaltshilfe übernimmt nämlich nur die Aufgaben, für die sie engagiert wird und ist an gewisse Absprachen gebunden. Sie soll das tägliche Leben der Senioren erleichtern und verschiedene Sicherheitslücken schliessen (z. B. Benutzung von Leiter oder Stuhl beim Fensterputzen).

Der richtige Zeitpunkt für eine Haushaltshilfe

Wann genau ist der richtige Zeitpunkt für eine Haushaltshilfe? Sie kennen Ihre Angehörigen oder Ihre eigene Situation sehr gut und können an verschiedenen Punkten ablesen, dass der Alltag nicht mehr ohne Unterstützung gemeistert werden kann. Auch für die Senioren selbst gibt es Zeichen, wann die tägliche Hausarbeit zu viel wird.
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Folgende Gründe können als Anhaltspunkte dienen:

  • nach einer Operation
  • viele Aufgaben bleiben liegen
  • Arbeiten sind sehr kräftezehrend
  • erhöhte körperliche Beschwerden bei verschiedenen Arbeiten (u. a. Rückenschmerzen, Herzbeschwerden, Atemnot)
  • körperliche Einschränkungen (z. B. Augenlicht, Arthrose in den Fingern)
  • die Wohnung ist unordentlich im Vergleich zu früher
  • Unzufriedenheit über den Zustand

Vorteile einer Haushaltshilfe

Mit einer Haushaltshilfe an der Seite kann ein selbstbestimmtes Leben im bisherigen Zuhause weitergeführt werden. All die Erinnerungen und Habseligkeiten vergangener Jahre brauchen genauso wenig den Platz zu wechseln wie Sie selbst. Viele Senioren können allein durch die Unterstützung einer helfenden Person zahlreiche weitere Jahre in ihrer gewohnten Umgebung bleiben.
Neben den vielfältigen Aufgaben, die eine Haushaltshilfe übernimmt, gibt es noch zahlreiche weitere Vorteile. Alleinlebende Menschen kommen in den Genuss eines Besuchs, der so manche Einsamkeit beendet. Auch wenn die Arbeit im Vordergrund steht, so können doch kleine Gespräche am Rande oder das gemeinsame Kochen eine schöne Abwechslung zum bisherigen Alltag bieten.
Die fachlich qualifizierte Hilfe wird neben alltäglichen Dingen auch schwere und unfallträchtige Tätigkeiten ausführen, womit das Risiko (beispielsweise von Stürzen, Verbrennungen oder tiefen Schnittwunden) gemindert wird. Im Bereich der Hygiene achtet die Haushaltshilfe auf starke Verschmutzungen, Schimmel, falsch gelagerte Lebensmittel und ähnliche Dinge.

Die wichtigsten Vorzüge einer Haushaltshilfe im Überblick

  • sorgt für Ordnung und Sauberkeit
  • kümmert sich um Hygiene
  • übernimmt Ausser-Haus-Aufträge (z. B. Einkauf, Gartenarbeit)
  • Haushaltsunfälle der Senioren werden verhindert bzw. minimiert
  • schafft Kontinuität im Alltag (regelmässige Besuche in der Regel von derselben Person)
  • erleichtert das Leben und erhöht die Lebensqualität
  • Einsamkeit wird unterbrochen
  • sorgt für mehr Zufriedenheit
  • gibt den Angehörigen Sicherheit
  • kann bei Anzeichen für weitere Probleme Hilfe holen (z. B. Krankheit oder Sorgen der betreuten Person, die im Gespräch angedeutet wurden)

Welche Aufgaben übernimmt eine Haushaltshilfe?

So breit gefächert wie die Arbeiten in einem Haushalt sein können, so vielfältig sind auch die Tätigkeiten einer Haushaltshilfe. Nicht immer ist sie als reine Putzkraft zur Unterstützung engagiert, sondern übernimmt auch Einkäufe, kleine Reparaturen (z.B. Wechseln einer Glühbirne) oder die Pflege eines Balkongartens.
Den Umfang der Aufgaben legen die Auftraggeber und/oder ihre Angehörigen fest. Dabei können sie jederzeit spezielle Wünsche äussern. Lediglich auf Gefahrenquellen wird die Haushaltshilfe hinweisen und zusammen mit den Senioren eine Lösung suchen.

Das ist beim Beratungsgespräch wichtig

Bei einem ersten Beratungsgespräch werden neben Fragen nach Umfang und Art der hauswirtschaftlichen Aufgaben auch die Häufigkeit und Dauer der Besuche geklärt. Natürlich können diese Punkte bei erhöhtem oder niedrigerem Bedarf entsprechend angepasst werden.
Zudem werden weitere relevante Themen besprochen, wie konkrete Termine oder die Frage nach dem Wohnungsschlüssel. Es ist nicht erforderlich, der Haushaltshilfe einen separaten Schlüssel auszuhändigen. Wenn es sich jedoch um das Zuhause einer stark gehbehinderten Person handelt, erleichtert ein Schlüssel den Zugang zum Haus oder zur Wohnung.

Aufbau eines Vertrauensverhältnisses

In einem professionellen Beratungsgespräch wird vielen Senioren die Scheu vor einer zunächst fremden Hilfe in ihrem Zuhause genommen. Basis für das Arbeitsverhältnis sind Diskretion und Vertrauen. Haushaltshilfen verpflichten sich beim Jobantritt, keine Informationen über den Haushalt und die dort lebenden Personen weiterzugeben.
Gewöhnlich gelingt ein Vertrauensverhältnis relativ rasch. Fühlen Sie sich in dieser Beziehung jedoch dauerhaft unwohl, so nehmen Sie das Gespräch mit dem Arbeitgeber der Haushaltshilfe oder der zuständigen Spitex auf. Oft hilft es, wenn eine andere Person zum Einsatz kommt.

Wichtig: Wartezeiten sind normal

Während ein Beratungsgespräch häufig kurzfristig angeboten wird, kann es bei der Vermittlung oder Bereitstellung einer Haushaltshilfe ein paar Tage oder Wochen dauern. Abhängig von der Kapazität des Spitex-Dienstes und den individuellen Vereinbarungen steht eine Hilfskraft für den Haushalt meist nicht sofort zur Verfügung.

Die Kosten einer Haushaltshilfe

Dieser Punkt wird ebenfalls in das Beratungsgespräch aufgenommen, da sich die gesetzlichen Vorgaben von Zeit zu Zeit ändern. Hinzu kommen die verschiedenen Bestimmungen des Bundes, der Kantone und der Gemeinden.

Zahlt die Krankenkasse?

Im Gegensatz zu Pflegeleistungen übernimmt die Krankenkasse nach dem Krankenversicherungsgesetz (KGV) und der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) die Kosten für eine Haushaltshilfe nicht. Eine entsprechende Zusatzversicherung beteiligt sich eventuell an der Bezahlung. Hierbei ist es ratsam, vor der Einstellung einer hauswirtschaftlichen Unterstützung bei der Versicherung nachzufragen.

Ergänzungsleistungen

Es ist weiterhin möglich, Ergänzungsleistungen zu beantragen, die jedoch von Kanton zu Kanton unterschiedlich ermittelt werden. Bevor Ergänzungsleistungen erbracht werden, müssen die Kosten einer Haushaltshilfe bei der Krankenversicherung eingereicht werden. Besteht keine Zusatzversicherung, wird die Bezahlung abgelehnt, da die Hauswirtschaft nicht zu den Pflegeleistungen zählt.
In diesem Fall übernehmen die meisten Kantone die von den Spitex-Diensten ausgestellten Rechnungen als Ergänzungsleistungen bis zu einem festgesetzten Betrag. Für eine privat angestellte Haushaltshilfe gilt dies ebenfalls, sofern sie nicht im gleichen Haushalt lebt.
Um Anspruch auf Ergänzungsleistungen zu haben, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
  • Bezug einer AHV-Rente, einer Hilflosenentschädigung oder eines Tagegeldes (für mindestens sechs Monate)
  • Wohnsitz in der Schweiz
  • Mindestaufenthalt von 10 Jahren bei ausländischen Staatsangehörigen

Gut zu wissen

Manche Kantone rechnen die Hilflosenentschädigung oder den Assistenzbeitrag bei Zuhause wohnenden Personen bei der Festsetzung der Ergänzungsleistungen an.

Weitere Zuschüsse

Neben den Ergänzungsleistungen bieten verschiedene Träger (Bund, Kanton oder Gemeinde) weitere Möglichkeiten zur Unterstützung finanzschwacher Senioren. Das sind:
  • Hilflosenentschädigung bei Feststellung eines Grades an Hilflosigkeit
  • Assistenzbeitrag für auf regelmässige Hilfe angewiesene und Zuhause wohnende Personen
  • kantonale Beihilfen
  • Gemeindezuschüsse
Informationen über all diese Zuschüsse sind auf den Webseiten der AHV / IV (Alters- und Hinterlassenenversicherung / Invalidenversicherung) und beim BSV (Bundesamt für Sozialversicherungen) zu finden.

Die häufigsten Fragen rund um das Thema Haushaltshilfe

Soll ich eine Haushaltshilfe privat anstellen oder über Spitex-Organisationen anfragen?

Für die Spitex-Dienste sprechen in erster Linie qualifiziertes Personal und der weniger bürokratische Aufwand für die Senioren und Angehörigen. Der Service dieser Dienste versteht sich als Komplettangebot. Neben der Bereitstellung einer Haushaltshilfe werden zusätzlich verschiedene Belange geregelt, wie die Rechnungsstellung, die Anmeldung bei der AHV oder der Besuch regelmässiger Fortbildungen.
Sie erhalten alle notwendigen Informationen über die Kosten und mögliche Zuschüsse aus einer Hand. Zudem ist der Spitex-Dienst flexibler, falls beispielsweise Termine durch Krankheit der Haushaltshilfe nicht wahrgenommen werden. Ein Ersatz kann schneller gestellt werden.
Für die private Haushaltshilfe sprechen dagegen ganz andere Punkte, wie:
  • die grössere Auswahl unter Bewerbern und Bewerberinnen
  • gezieltere Befragung der Haushaltshilfe hinsichtlich persönlicher und arbeitsrelevanter Aspekte
  • Einstellung einer Haushaltshilfe, die Sie bereits näher kennen
  • andere Lohnkonditionen möglich, evtl. Kosteneinsparung
  • Anforderung nach Bedarf möglich, d. h. kurzfristig, unregelmässig und in verschiedenem Umfang

Wie melde ich eine private Haushaltshilfe an?

Um auf der rechtlich sicheren Seite zu stehen, muss eine Haushaltshilfe bei der AHV angemeldet werden. Noch vor der ersten Arbeitseinheit sollte alles geregelt sein, ansonsten handelt es sich um Schwarzarbeit, die geahndet wird. Dabei spielt es keine Rolle, wie oft oder regelmässig die Unterstützung erfolgt. Auch kleine Arbeitsumfänge, wie zwei Stunden pro Monat, müssen angemeldet werden.
Zuerst wird ein Arbeitsvertrag aufgesetzt, in dem die Senioren zum Arbeitgeber werden. Dann erfolgen die AHV-Anmeldung sowie der Abschluss einer obligatorischen Unfallversicherung für Berufsunfälle. Überschreitet der vereinbarte Lohn eine gewisse Grenze ( 22'050 Franken ab 2023), so muss auch die Pensionskasse informiert werden.
Für den Krankheitsfall der Haushaltshilfe kann eine Krankentagegeldversicherung abgeschlossen werden. Diese übernimmt 80 Prozent der Lohnkosten. Ohne eine solche Versicherung zahlt der Arbeitgeber weiterhin. Wird die hauswirtschaftliche Kraft für mehr als acht Stunden pro Woche angestellt, muss zusätzlich eine Versicherung gegen Nichtberufsunfälle abgeschlossen werden.

Für jeden Monat müssen Arbeitgeber einer Haushaltshilfe folgende Sozialbeiträge abführen:

  • AHV-Beitrag
  • Invalidenversicherung (IV)
  • Erwerbsersatzordnung (EO)
  • Arbeitslosenversicherung (ALV)
  • Familienausgleichskasse (FAK)
Ausnahmen von diesen Regelungen bestehen für Rentner sowie Jugendliche bis zum Alter von 25 Jahren. Letztere dürfen nicht mehr als 750 Franken im Jahr verdienen. Für Pensionierte (in der Regel ab 65 Jahren) gilt ein Lohnfreibetrag von 16'800 Franken pro Jahr.

Ist eine Haushaltshilfe steuerlich absetzbar?

Kosten, die für die Unterstützung in der Hauswirtschaft ausgegeben werden, sind private Lebenshaltungskosten. Darum können sie nicht von der Steuer abgesetzt werden. Eine Ausnahme besteht nur für behinderte Menschen, die ein Attest vorweisen können.

Begleitet mich die Haushaltshilfe zu Terminen?

Für diesen Bereich gibt es Fahrdienste und die Seniorenbetreuung, die ebenfalls von der Spitex oder anderen Organisationen angeboten werden.

Was passiert, wenn ich mit einer Haushaltshilfe unzufrieden bin?

Hier sollte zunächst ein Gespräch auf Augenhöhe für Verständnis und Klarheit sorgen. Formulieren Sie Ihre Kritik höflich und veruschen Sie, Kompromisse zu suchen. Wenn Sie dennoch mit der Arbeit unzufrieden sind oder kein Vertrauen besteht, wird der Spitex-Dienst oder der Arbeitgeber der Haushaltshilfe eine andere Kraft schicken.

Fazit: Eine Haushaltshilfe erleichtert Ihren Alltag erheblich

Auch bei körperlichen Beschwerden bei der Hausarbeit ist es nicht immer notwendig, aus seinen eigenen vier Wänden auszuziehen. Aktive Senioren können sich Unterstützung für die Hauswirtschaft holen. Eine Haushaltshilfe übernimmt vielfältige und für ältere Menschen mühsame Aufgaben und erleichtert ihnen damit das tägliche Leben.
Eine Haushaltshilfe ist auch ideal, wenn die eigenen Kinder oder andere Verwandte nicht täglich nach dem Rechten sehen können. Während die Fachkraft Aufgaben wie Bügeln und Putzen übernimmt, bleibt den Senioren mehr Zeit und Kraft für ihren Alltag. So gelingt Ihnen Selbstbestimmung im eigenen Haus mühelos.

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