Selbstständig bleiben beim Duschen: So hilft ein Duschhocker
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Selbstständig bleiben beim Duschen: So hilft ein Duschhocker

Wenn Sie nicht mehr gut und lange stehen können, leistet ein Duschhocker wertvolle Dienste. Absoluten Vorrang hat beim Kauf stets die Sicherheit. Deshalb sollte die Wahl des richtigen Modells gut überlegt sein.

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Helvetic Care am 22.6.2021


Das Wichtigste in Kürze

  • Duschhocker helfen dabei, das Duschen auch bei Steh- und Gehproblemen sicher zu gestalten.
  • Ein Duschhocker ist flexibel in der Aufbewahrung, jedoch schlicht im Design.
  • Dadurch unterscheidet er sich vom fest montierten Klappsitz, vom Duschstuhl und vom Toilettenstuhl.
  • Die einzelnen Modelle sind dennoch recht unterschiedlich gestaltet.
  • Wichtig für den Kauf sind maximale Belastbarkeit, Grösse und einfache Handhabung.

Was ist ein Duschhocker?

Ein Duschhocker ähnelt einem normalen Hocker: Er besteht aus einer Sitzfläche mit drei oder vier Beinen. Aufgrund seiner Aufgaben unterscheidet er sich aber von einem normalen Modell:
  • Er muss wasserabweisend sein.
  • Er muss leicht zu reinigen sein und sollte auch rasch trocknen.
  • Zentral ist absolute Standfestigkeit.

Guter Tipp

Damit der Duschhocker schnell trocknen kann, sollte er Rillen im Sitz haben. Dadurch kann das Wasser besser ablaufen.

Für wen ist ein Duschhocker geeignet?

Die Gründe für den Einsatz eines Duschhockers sind vielfältig. Zentral ist jedoch immer eines: Ein Mensch kann nicht mehr lange genug stehen. Damit eignet er sich für viele Menschen, die aufgrund von körperlichen Einschränkungen sonst Probleme beim Duschen bekämen. Er bietet eine Sitzgelegenheit, entweder kurz oder permanent.

Dabei kann ein Duschhocker helfen:

  • möglichst lange zu Hause mobil bleiben
  • nach einer OP entspannt duschen
  • auch bei Rückenproblemen oder anderen Schmerzen das Duschen ermöglichen
  • andere Personen duschen

Wo lässt sich der Duschhocker einsetzen?

Solch ein Duschschemel eignet sich vor allem für die Dusche. Sein Vorteil ist seine Flexibilität, denn er ist leicht und kompakt: Dadurch sollte er sich rasch entfernen und anderswo verstauen lassen.
Deshalb kann der Einsatz weitaus vielfältiger sein, als der Name vermuten lässt. Zum Beispiel passt so manches Modell auch in die Badewanne. Hier sollte jedoch sorgfältig überlegt werden, ob sich nicht ein Badewannensitz besser eignet.
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Alternativen zum Duschhocker

Neben dem Duschhocker gibt es viele weitere Badehilfen, von denen jede ihren eigenen Zweck erfüllt. Folgende Alternativen erfüllen eine ähnliche Funkion wie ein Duschhocker:
  • Klappsitz
  • Duschstuhl
  • Toilettenstuhl

Klappsitz

Ein fest montierter Wand-Klappsitz ist, wie der Name schon sagt, fest in der Dusche installiert. Braucht man ihn nicht, klappt man ihn einfach hoch. Damit spart er besonders viel Platz, hat allerdings auch Nachteile. Er ist wesentlich teurer und muss von Experten montiert werden. Nachlässig angebrachte Modelle sind gefährlich.

Duschstuhl

Ein Duschstuhl besitzt immer Arm- und Rückenlehne. Damit ist er weit komfortabler als ein einfacher Duschhocker. Auch seine Standfestigkeit kann besser sein, dies ist aber modellabhängig. Subjektiv bietet er mehr Sicherheit und bequemeren Sitz. Modelle ohne Toiletteneimer eignen sich nicht für dauerhaft inkontinente Personen

Toilettenstuhl

Ein Toilettenstuhl ist ähnlich komfortabel wie ein Rollstuhl: Er bietet Armlehnen, Rückenlehne und Fussstützen. Weil er sich rollen lässt, können vollständig immobile Personen damit in die Dusche transportiert werden. Ein Umsetzen in der Dusche ist damit nicht mehr nötig: Der Toilettenstuhl ist wasserfest und auch für inkontinente Personen geeignet.
Zwar gibt es auch Duschhocker mit Rollen. Selbst mit Arretierhilfe geht dies aber immer zulasten der Standsicherheit. Sind dennoch Rollen gewünscht, könnte ein Toilettenstuhl die bessere Wahl sein.

Vorteile eines Duschhockers im Überblick

Im Vergleich zu den oben erwähnten Duschhilfen bietet ein Duschhocker einige Vorteile. So ist er zum Beispiel:
  • leicht und flexibel: Aufgrund seiner Grösse lässt er sich schnell wegräumen und bei Bedarf wieder hervorholen. Sein geringes Eigengewicht macht ihn für Eigennutzer flexibel handhabbar. Dennoch steht er stabil und gibt somit wertvolle Hilfe beim Duschen.
  • platzsparend: Duschhocker zeichnen sich durch ihre geringe Breite aus. Sie finden Platz auch in beengten Bädern.
  • preislich günstig und dennoch standsicher: Selbst die einfachsten Duschhocker verfügen über rutschfeste Füsse. Damit können sich auch weniger standfeste Personen ganz auf das Duschen konzentrieren.

Die verschiedenen Badehilfen im Vergleich

Jede Kaufentscheidung hängt von mehreren Faktoren ab. Das sind vor allem der Grad der Beweglichkeit und die Standsicherheit des künftigen Nutzers. Kann er oder sie die Dusche allein erreichen? Wie lange kann jemand noch stehen? Geht es nur darum, sich einmal kurz zu setzen, oder möchte jemand permanent sitzen? Abhängig von diesen und weiteren Überlegungen ist eine Badehilfe mehr oder weniger geeignet. Die wichtigsten Eigenschaften der verschiedenen Modelle sind im Folgenden aufgelistet:

1. Duschhocker

  • Er ist für Selbstnutzer sowie Nutzer, die auf leichte fremde Hilfe angewiesen sind, geeignet.
  • Die Dusche kann allein erreicht und verlassen werden.
  • Die Person kann je nach Wunsch länger oder auch nur kurz sitzen.
  • Die Person sollte nicht an Desorientierung leiden.
  • Die Körperspannung sollte im Sitzen für längere Zeit gehalten werden können.

2. Wandklappstuhl

  • Er ist vollständig ohne fremde Hilfe nutzbar.
  • Er ist geeignet für mobile Personen.
  • Die Person sollte nicht an Desorientierung leiden.
  • Die Erreichbarkeit der Pflegeperson ist nicht von allen Seiten gegeben.

3. Duschstuhl

  • Er ist nur mit fremder Hilfe nutzbar.
  • Er ist geeignet für teilweise immobile Personen: Die Dusche sollte selbständig betreten werden können.
  • Er bietet Sicherheit beim Sitzen und ist deshalb auch für desorientierte Menschen geeignet.

4. Toilettenstuhl

  • Er ist nur mit fremder Hilfe nutzbar.
  • Er ist geeignet für komplett immobile Personen.
  • Er ist auch geeignet für inkontinente Personen.
  • Er bietet weniger eingeschränkten Personen ein starkes Gefühl der Sicherheit.

Duschhocker: verschiedene Modelle und Unterschiede

Es gibt verschiedene Modelle von Duschhockern, die je nach individuellen Bedürfnissen der Nutzer mehr oder weniger geeignet sind. Grundsätzlich können sich Duschhocker hinsichtlich folgender Kriterien unterscheiden:
  • Material
  • Masse (Breite und Höhe)
  • Belastbarkeit
  • Eigengewicht
  • Form des Sitzes
  • Faltbarkeit
  • Drehbarkeit
  • mit oder ohne Rollen
  • mit oder ohne Hygieneausschnitt

Material

Viele Duschhocker nutzen ein Gestänge aus Aluminium. Unterschiede gibt es vor allem beim Sitz: Wer es edel mag, sollte nach Holz Ausschau halten. Auch das nachhaltige Material Bambus setzt sich immer mehr durch. Klassiker ist allerdings nach wie vor Kunststoff: pflegeleicht, stabil und robust, eignet er sich ideal für das Bad.

Masse

Die Masse eines Duschhockers variieren stark. Deshalb sollte dieser Punkt sorgfältig überlegt sein, bevor es an den Kauf geht. Der Duschschemel muss in die Dusche passen. Gleichzeitig sollte er breit genug sein, dass auch umfangreichere Personen bequem Platz nehmen können. Die Bezeichnungen XXL oder Duschbank deuten auf einen breiteren Sitz hin.
Viele Duschhocker lassen sich in der Höhe verstellen. Das ist praktisch, wenn Unebenheiten im Boden ausgeglichen werden sollen. Auch bei der Nutzung durch mehrere Personen ist eine solche Funktion hilfreich. Teleskopbeine lassen sich sogar unabhängig voneinander justieren.

Wichtig

Die Masse, die ein Duschhocker haben darf, ergeben sich aus zwei Kennzahlen:
  1. Wie viel Platz ist in der Dusche? Messen Sie Breite und Länge.
  2. Wie gross ist die Person, die den Hocker nutzen wird? Messen Sie für die Breite des Sitzes den Körperumfang. Überlegen Sie zudem, ob Sie einen höhenverstellbaren Duschhocker benötigen.

 

Belastbarkeit

Aus Gründen der Sicherheit haben Duschhocker eine maximale Tragkraft. Hier darf nicht zu knapp kalkuliert werden, zumal das Körpergewicht eines Menschen schwanken kann. Darum sollte die maximale Belastbarkeit weit über dem liegen, was der Nutzer zurzeit wiegt. Minimum der Belastbarkeit liegt für die meisten Modelle bei 120 Kilogramm. XXL-Modelle schaffen mehr als 250 Kilogramm.

Eigengewicht

Das Eigengewicht eines Duschschemels bestimmt die Handhabung. Wer den Duschhocker viel bewegt, sollte auf geringes Eigengewicht achten.

Form des Sitzes

Die Sitzfläche kann gerade oder geschwungen, rund oder eckig sein. Ist sie sanft geschwungen, liegt der tiefste Punkt in der Mitte. Dies hat mehrere Vorteile. Zum einen lassen sich höherliegende Grifflöcher an den Seiten besser greifen. Zum anderen sitzen Nutzer oft bequemer. Und sie finden automatisch in die richtige Position, sitzen also sehr sicher.

Faltbarkeit

Je nachdem, wo der Duschhocker verstaut werden soll, eignet sich unter Umständen ein faltbares Modell. Häufig sind diese jedoch nicht so leicht zu handhaben, wie es scheint. Ausserdem geht erneut die Faltbarkeit zulasten der Stabilität.

Drehbarkeit

Ist fremde Hilfe nötig? Dann hat sich ein drehbares Modell bewährt. Der drehbare Sitz hilft, überall heranzukommen. Hier sollte die pflegebedürftige Person noch gut orientiert sein, sonst ist ein Toilettenstuhl besser geeignet.

Mit oder ohne Rollen

Duschhocker mit Rollen sind praktisch, denn sie lassen sich leichter bewegen. Doch selbst mit überzeugender Arretiervorrichtung sind sie stets ein wenig wackelig. Wesentlich standfester sind Duschhocker ohne Rollen.

Mit oder ohne Hygieneausschnitt

Der Hygieneausschnitt ist eine Aussparung im Intimbereich des Sitzenden. Diese Lücke hilft bei der Intimpflege. Einfachere Modelle haben keinen Hygieneausschnitt.

Duschhocker richtig nutzen

Hilfreiches Zubehör

  • bequemer Sitz: Kissen.
  • Standsicherheit: rutschfeste Unterlage. Auf ausreichende Grösse achten!
  • Sicherheit beim Duschen: mit Haltegriff, wahlweise am Duschhocker oder extra an der Wand.
  • optional und selten: montierbare Arm- und Fussstützen. Falls gewünscht: im Segment Toilettenstuhl / Duschstuhl umsehen.

Sitzkissen

Sitzkissen polstern beim Sitzen schön ab und helfen, das Duschen wirklich zu geniessen. Es gibt sie in vielen Grössen, häufig sind sie auch schon in den Hocker integriert. Sie müssen absolut wasserfest sein und hygienisch abwaschbar.

Unterlage

Die Unterlage sollte grosszügig ausfallen, denn sie muss nicht nur unter den Hocker passen. Auch der Fussbereich braucht absolut rutschfesten Stand: Wer kurz einmal aufstehen möchte, muss in der nassen Dusche sicher stehen.

Haltegriffe

Viele Hocker weisen Haltegriffe auf. Sie sind seitlich angebracht: entweder an der Sitzfläche selbst, dann als Aussparung. Oder erhöht, dann lassen sie sich auch als Armlehne nutzen. Einfache Modelle ganz ohne Haltegriff sind nur sehr beweglichen Personen zu empfehlen. Ein Haltegriff an der Wand kann ebenfalls nützlich sein.

Montierbare Armlehnen

Armlehnen finden sich ebenso wie Rückenlehnen bei Duschhockern eher selten. Selbst hochwertige Modelle verfügen nur zum Teil darüber. Das macht sie aber auch teurer.

Sicherheit beachten: Bereiten Sie Ihr Bad gut vor

Für mehr Sicherheit beim Duschen sollten Sie lernen, den Duschhocker richtig zu handhaben. Ausserdem sollten Sie Ihr Bad vorbereiten, sodass wichtige Dinge wie Handtücher in Reichweite sind. Testen Sie im Trockenen, wie fest Ihr neuer Duschhocker in der Dusche steht.
Untersuchen Sie zudem vor dem ersten Einsatz, ob die Verarbeitung sicherheitskonform ist. Sicherheit im Bad heisst vor allem Stürze vermeiden! Nutzen Sie einen Duschvorleger, der ebenfalls rutschfest ist. Räumen Sie zudem sämtliche Hindernisse beiseite, die Sie nach dem Duschen beeinträchtigen könnten.

Guter Tipp

Regelmässige Reinigung verhindert unerwünschte Keime. Zudem ist absolute Sauberkeit die Voraussetzung dafür, dass Menschen sich im Bad wohlfühlen. Deshalb sollte auch der Duschschemel immer sauber sein. Die richtige Pflege ist leicht: Direkt nach dem Einsatz mit Seife oder Desinfektion abwischen, mit Wasser nachspülen, trocknen lassen.

Häufige Fragen rund um den Kauf eines Duschhockers

Wo gibt es Duschhocker zu kaufen?

Einen Duschhocker können Sie in einem Sanitätsfachgeschäft, Möbelhaus oder in einem Baumarkt vor Ort kaufen. Eine andere Möglichkeit ist der Kauf im Internet.
Zwar gibt es im Internet eine grössere Auswahl an Modellen. Doch besonders im Fachgeschäft können Sie von einer guten Beratung profitieren. Zudem lassen sich Handhabung und weitere Merkmale eines Duschhockers vor Ort besser beurteilen: Zentral beim Kauf eines Duschhockers sind stets Stabilität und Standsicherheit. Auch der Aufbau bei faltbaren Modellen kann sich als schwierig erweisen.

Welcher Duschhocker ist der beste?

Dies ist stets abhängig vom Zweck und vom Benutzer. Nicht jedes Modell eignet sich gleich gut für alle Menschen. Welches Modell für Sie das Beste ist, sollten Sie selbst herausfinden.

Was kostet ein Duschhocker?

Die Preisspanne kann enorm sein: Einfache Modelle gibt es bereits im zweistelligen Bereich. Luxusmodelle kosten weit über hundert Franken und mehr.

Fazit: Duschhocker erhöhen die Sicherheit beim Duschen

Duschhocker sind nicht nur klein und kompakt. Sie sind vor allem stabil. Zentral ist stets die Sicherheit, erst an zweiter Stelle kommt der Komfort. Rutschfeste Füsse sind deshalb Pflicht – Griffe hingegen schon nicht mehr. Wägen Sie vor dem Kauf sorgfältig ab, was Sie benötigen.
Entscheidend sind vor allem die Masse der Dusche, aber auch die des künftigen Nutzers. Mit richtigem Augenmass zieht hier ein echter Alltagshelfer ins Bad ein. Er sorgt dafür, dass Sie auch dann noch entspannt duschen können, wenn Ihnen langes Stehen schwerfällt.

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