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Auswanderer Roger Albert: «Die Lebensfreude der Thais ist einfach ansteckend»

Roger Albert (75) wanderte vor sechs Jahren nach Thailand aus. Ihn störten das Wetter und die soziale Kälte in der Ostschweiz. Nun geniesst er jeden Tag die Sonne und die gute Laune der Einheimischen. Einziger Nachteil: Er hat keine Krankenversicherung.

Roger Albert in einem Coffeeshop, den er fast täglich besucht. Roger Albert in einem Coffeeshop, den er fast täglich besucht.
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Maja Sommerhalder am 4.3.2022

«Am Valentinstag vor sechs Jahren bin ich in Zürich abgeflogen. Ich hatte lediglich einen grossen Koffer und einen Laptop dabei. Für mein neues Leben in Thailand war ich bereit.
Bis ich 69 war, lebte ich der Ostschweiz. Ich führte eine kleine Agentur für Werbung und Marketing und kümmerte mich um meine Kinder – sechs habe ich insgesamt aus zwei Ehen. Als auch noch der Jüngste immer selbstständiger wurde und schliesslich auszog, fragte ich mich, was ich allein in diesem grossen Haus will. Im Winter waren die Heizkosten enorm und auch die soziale Kälte ist in der Ostschweiz spürbar. Ich hatte Freunde, aber trotzdem sehnte ich mich nach einem wärmeren Ort. Da ich mir ein Leben im Tessin oder in Südeuropa nicht vorstellen konnte, fiel die Wahl auf Thailand.
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Ich verkaufte mein Haus und verschenkte mein Auto

Dieses Land hatte ich mehrere Male in den 1970ern und 80ern als Rucksacktourist bereist. Damals gab es noch Holzhäuser an den Hauptstrassen von Bangkok und Inseln wie Koh Samui oder Phuket waren echte Geheimtipps. Als ich dann 2013 nach vielen Jahren wieder Ferien in Thailand machte, kam ich in ein fast anderes Land. Trotzdem wurde mir klar, dass ich meine letzte Lebensphase hier verbringen wollte.

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Meine Familie hat mich in dieser Entscheidung unterstützt. 2016 verkaufte ich mein Haus und verschenkte meine Möbel und mein Auto den Kindern – in der Schweiz besitze ich jetzt nur noch ein Bankkonto für meine Rücklagen, auf das auch meine AHV eingezahlt wird.

Viele Behördengänge

Die erste Zeit in der neuen Heimat war nicht nur leicht. Ich hatte aber das Glück, dass mein Sohn Marc schon seit vielen Jahren in Thailand lebt und mich sehr unterstützte. Denn am Anfang hat man viele Behördengänge vor sich. So musste ich nachweisen, dass ich mindestens 800'000 Thai Baht (das sind ca. 24'000 Franken) auf einem thailändischen Bankkonto habe und über regelmässige Einkünfte verfüge. Dies ist die Voraussetzung für mein Longstay Visa.
Unabdingbar sind für Auswanderer auch Englischkenntnisse. Ich musste mich erst in das Thai-Englisch reinfuchsen, das sich vor allem von der Aussprache, aber auch in der Grammatik vom Original unterscheidet. Mittlerweile spreche ich auch ein paar Brocken Alltags-Thai, um etwa Einkäufe zu erledigen.

Ich habe hier keine Krankenkasse

Eigentlich wollte ich eine Krankenversicherung abschliessen, doch aufgrund von Vorerkrankungen und meines Alters nahm mich keine in Thailand auf. Ich empfehle deshalb anderen Auswanderern, sich noch in der Schweiz um eine internationale Versicherung zu bemühen. Nun komme ich für alle medizinischen Behandlungen selbst auf und muss auch für grössere Sachen stets Geld auf der Seite haben.
Immerhin sind die Gesundheitskosten in Thailand deutlich tiefer als in der Schweiz. Ich lasse mich aber alle drei Monate durchchecken, um gesundheitliche Probleme rechtzeitig zu erkennen und achte konsequent auf einen gesunden Lebensstil. Daneben habe ich Gottvertrauen, dass mir nichts Schlimmeres passiert.

Meine Herzprobleme sind weg

Mit 75 Jahren fühle ich mich topfit. Meine gesundheitlichen Werte sind im grünen Bereich und damit viel besser als früher. Meine Herzprobleme sind weg, weil ich mich gesünder ernähre als in der Schweiz und mich viel bewege. Ausserdem bin ich stets positiv eingestellt, denn mit der Kraft der Psyche kann man vieles bewirken. Zufrieden sein fällt auch leichter, wenn das Wetter meistens schön ist und die Leute so freundlich sind. Die Lebensfreude der Thais ist einfach ansteckend.
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Roger Albert lebt seit 2016 in Thailand.
Ich wohne in der Provinzstadt Khon Kaen im Nordosten des Landes. Hier pflege ich meinen Kollegenkreis, der aus Norwegern, Schweizern, Deutschen und Amerikanern besteht. Einige Thaifreundschaften habe ich auch. Sie treffe ich meistens im Coffeeshop, den ich fast täglich besuche. Praktisch jeden Tag treibe ich auch Sport an einem See, der wenige Gehminuten von meinem Appartement liegt. Gerne fliege ich auch ab und zu ans Meer oder nach Bangkok.
Seit ich ausgewandert bin, war ich nicht mehr in der Schweiz. Mein geplanter Aufenthalt von 2020 fiel aufgrund von Corona ins Wasser. Demnächst wollen mich aber meine jüngsten Enkel besuchen, die ich noch gar nicht kennenlernen durfte. Klar, vermisse ich meine Familie. Aber zum Glück gibt es ja Videotelefonie. Und dann sind da noch die schönen Schweizer Wälder, in denen ich gerne mal wieder joggen und waldbaden würde. Trotzdem: Meinen Entscheid, nach Thailand auszuwandern, habe ich noch keine Sekunde bereut.»

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